Was ist Schmerz?
Schmerz bedeutet für unterschiedliche Menschen unterschiedliche Dinge und für ein und dieselbe Person unterschiedliche Dinge zu unterschiedlichen Zeiten.
Schmerz spüren Sie körperlich, ihr Körper empfindet Schmerzen. Wir wissen bereits viel über den physischen Aspekt von Schmerzen. Schmerz ist jedoch auch etwas, das Sie seelisch spüren. Schmerz ist individuell verschieden und wird durch Ihre Erfahrungen und Ihre ganz persönliche Reaktion auf ihn beeinflusst. Auch Ihre Stimmung an einem ganz bestimmten Tag wirkt sich aus. So spüren Sie Schmerzen vielleicht an Tagen, an denen Sie sich sowieso schlecht fühlen, mehr als an Tagen, an denen Sie glücklich und zufrieden sind.
Es ist wichtig, zwischen akuten und chronischen Schmerzen zu unterscheiden.
Akuter Schmerz taucht im Allgemeinen plötzlich auf und hält nur für relativ kurze Zeit an. Häufig ist er ein "Notfallsignal". Wenn Sie den Wasserhahn aufdrehen und ihre Hand unter siedend heißes Wasser halten, dann werden Sie sie sofort wieder wegziehen. Der Schmerz hat Sie gewarnt: Wenn Sie die Hand weiterhin unter das laufende Wasser halten, werden Sie sich vermutlich schlimm verbrühen. Ein weiteres Beispiel: Ein Schuh kann gegen Ihren Fuß reiben, so dass dieser zwar schmerzt, aber nicht verletzt ist. Wenn Sie dieses Warnsignal ignorieren, könnten Sie eine Blase bekommen – verletztes Gewebe – und auch Schmerzen. Akute Schmerzen verschwinden meistens, wenn die Verletzung heilt, die Krankheit abklingt (entweder von selbst oder durch eine erfolgreiche Behandlung) oder der Körper die Ursache des Schmerzes nicht mehr erkennen kann (beispielsweise Ihren drückenden Schuh).
Chronischer oder lang anhaltender Schmerz tritt für mindestens 3 Monate auf und kann leicht bis stark sein. Er kann konstant bleiben, er kann aber auch kommen und gehen, wie beispielsweise Migräneschmerz. Er zeigt ein andauerndes gesundheitliches Problem an. Chronischer Schmerz entsteht, wenn starke Schmerzen nicht rechtzeitig und nicht effektiv gelindert werden. Dann kann sich der Schmerz zu einer eigenständigen Erkrankung, der Schmerzkrankheit, entwickeln. Die Nervenzellen reagieren überempfindlich und melden dem Gehirn Schmerzsignale, obwohl die Ursache des Schmerzes nicht mehr besteht. Chronische Schmerzen entstehen häufig durch Erkrankungen des Bewegungsapparats wie Rückenleiden, Osteoporose, abnutzungsbedingte und entzündliche Gelenkerkrankungen. Aber auch Erkrankungen des Nervensystems wie etwa nach einer Gürtelrose oder Krebs gehen oft mit starken Schmerzen einher.
Schmerzen, ob sie nun stark oder nur leicht sind, können uns so stören, dass wir unseren täglichen Aufgaben nicht mehr nachgehen können, ohne dauernd innehalten zu müssen. Sie können für erhebliches Leiden sorgen. Wenn wir sie nicht in den Griff bekommen, können chronische, anhaltende Schmerzen die Beziehung zu unseren nächsten Mitmenschen beeinträchtigen und sogar unseren Lebenswillen zerstören.
Glücklicherweise kann Schmerz durch die richtige Schmerztherapie meistens adäquat gelindert werden. Wenn Sie Schmerzen haben, ist es wichtig, dass Sie einen Arzt aufsuchen und mit ihm über ihre Schmerzen sprechen. Die Therapie von Schmerzen beinhaltet sowohl körperliche wie auch seelische Komponenten und neben Medikamenten sind auch begleitende Maßnahmen wie Stressabbau und Entspannungstechniken, Physiotherapie und körperliche Aktivität wichtig.